Neuer alter Brunnen in Bandorf

Neuer Brunnen in Bandorf - Oberwinter, Hafenort am Rhein bei Remagen

Der Bandorfer St. Josefs Verein hat sich dafür eingesetzt, der Sitzgruppe am Bandorfer Brunnen etwas Schatten zu spenden. Nachdem die Firma Gettler die dafür nötigen Bäume gestiftet hat, wurden sie nun eingepflanzt. Es sind zwei normale Buchen und eine Blutbuche. Dane an alle, die sich für den Bandorfer Brunnen eingesetzt haben und Danke für die Spende der Firma Gettler!

Neue Bäume am Bandorfer Brunnen gepflanzt

Wasserversorgung in der historischen Zeit; Quellen im Tal

Die folgenden Informationen stammen von dem Bandorfer Bürger, Heinz Wesdtickenberg, der von der Zeit als er Lehrling des Installateur – Berufs war, bis zum Zeitpunkt der Gebietsrefom 1969 die Entwicklung und Betreuung der Wasserversorgung in Bandorf begleitet hat.
Die Gebietsreform hatte zur Konsequenz, dass neben anderen Orten (Unkelbach Oedingen, Kripp) auch Oberwinter mit seinen Ortsteilen Birgel und Waldheide auf der Höhe liegend und Bandorf im Bandorfer Tal in die Stadt Remagen integriert wurden.
Unabhängig von der Wasserversorgung der Mühle im Bandorfer Tal durch den Bach gab es aus dem Sonnenhang Zulauf von Wasser in ein Sammelbecken und weitere Quellen im Tal. Die Bürger, aber auch durch die Landwirte nutzten dieses Wasserangebot; wobei auf der Höhe des Hauses Witsch im Sümpborn wohl die am meisten genutzte Wassermenge entnommen wurde.
Diese Quelle war nicht zuletzt auch deshalb wichtig, weil der Brunnen, der die Birgeler Bürger mit Wasser versorgte in heißen Sommern häufig trocken fiel. Dann kamen die Birgeler Bürger zu der Quelle im Sümpborn zum Wasserschöpfen.
Diese Zapfstelle war derart ausgestaltet, das es eine Fassung gab, die ähnlich einem Iglo mit offener Seite zum Nutzungsbereich gebaut war. Wasser wurde geschöpft aus einer Mulde innerhalb der Überbauung. Nachdem der Besitzer des Grundstücks die Flächen durch Aufschütten erheblich erhöht hatte, mussten, um Wasser schöpfen zu können, einige Stufen installiert werden damit man hinab steigen zu konnte. Das ständig fließende Wasser der Quelle wurde durch eine Ab -Überlauf-Rohrleitung in den Bach geleitet.
Nach einem Extremhochwasser in Ort wurde in den Jahren 2013/14 dem Bach ein neuer Verlauf zuteil. In dem Zusammenhang erinnerte sich ein Bandorfer Bürger daran, dass viele Jahre zuvor schon einmal der Wunsch bestand, diese Quelle, bzw. die Fassung der Quelle als historisches Denkmal zu erhalten. Durch seine Initiative wurde der Vorschlag zu Erhaltung dem dem St. Josefs – Vereine.V. vorgetragen. Die Verantwortlichen des Vereins haben die Idee aufgenommen und der Bau wurde dann in die Tat umgesetzt.
Vor der Vermeanderung des Bandorfer Baches im Bereich der Flur waren die Einfassung und die Stufen der Treppe noch existent. Im Zusammenhang mit der Verlegung des Bachs wurden die Relikte der ehemaligen “Historischen Wasserversorgung durch die Quelle am Sümpborn“ zugeschüttet. Eine Bandorfer Sehenswürdigkeit war damit unwiederbringlich verschwunden.
Die Konsequenz daraus war die Konzeption der Brunnenanlage, wie sei heute zu sehen ist.

Neuer alter Brunnen in Bandorf

Wasserversorgung durch die Gemeinde Oberwinter; Existenz einer Wasserleitung

Verlegung der ersten Wasserleitung: um 1904
Das Wasser versorgte den Oberwinterer Ortsteil Bandorf.
Die Leitung wurde u.a. auch bis zum höchsten Punkt der Kreuzung des Elligs (Vorder- und Hinterellig) verlegt, wobei nicht bekannt ist, wie das Wasser von diesem Punkt aus genutzt wurde.

Die Quellen im hinteren Bandorfer Tal waren so hoch gelegen, dass das Wasser, allerdings mit sehr niedrigem Druck, alle Haushalte versorgen konnte; dies ohne einen Hochbehälter bzw. die Nutzung von Pumpen. Die Quellenfassungen sind zum Teil noch sichtbar. Die Qualität des Wassers war so gut, dass es ohne Filterung und Behandlung bis zur Gebietsreform 1969 genutzt werden konnte.
Mit der Zusammenlegung der heute zur Stadt gehörenden Gemeinden wurde auch die Wasserversorgung nach und nach durch regionale Versorger übernommen.

Versorgung der „Schmelzmühle mit Wasser“

Das Wasser des Bandorfer Bachs hat auch die Mühle im unteren Bereich des Tals versorgt, solange diese betrieben wurde. Der Name Schmelzmühle rührt aus der Zeit, als diese zur Erschmelzung von Erzen betrieben wurde. Nachdem das Schürfen von Erzen unergiebig war, wurde sie zur Getreidemühle umfunktioniert, deren Nutzung wurde mit der zunehmenden Industriealisierung unrentabel und damit war der Untergang der Mühle, wie bei so vielen, besiegelt.
Da die Wassermenge des Bachs nicht ausreichend war um einen kontinuierlichen Betrieb des Wasserrads und die Gerätschaften zu bewerkstelligen, waren dort, wo der Bach von der Bergseite zur Flurseite (unter der heutigen Straße lang) – talwärts quert, also dort, wo heute die Brunnenanlage steht – zwei Vorratsteiche. Die Füllung der Teiche erfolgte durch Umleitung des Baches. Bevor der Bach in seinem natürlichen Bett unter den Weg, die heutigen Straße querte, erfolgte die Umleitung dergestalt, dass ein Wehr das Wasser anstaute bis es durch einen gemauerten Schacht in eine Rinne unter dem Weg und dann in einer offenen Rinne in die Teiche floss. Der Betrieb der Mühle war nur so lange gewährleistet wie es aus den Teichen eine genügend große Wassermenge gab.

Die beiden Teiche wurden nach und nach von dem Landwirt, der Eigentümer der Grundstücke war, aufgeschüttet um diese Flächen landwirtschaftlich besser nutzen zu können.
Das Wasser der Quelle wurde in diesem Zusammenhang durch eine Rohrleitung dem Bach zugeführt.